Renovierungstagebuch

Nun zurück zum Tagebuch:

Sie sind eingeladen, an dieser Stelle die Umbau- und Einrichtungsphase vom Grappenkopp zu begleiten.

Aktuelle Daten vom

01.-06.07.2009

07.-10.07.2009

11.-13.07.2009

14.-15.07.2009

16.-24.07.2009

25.-28.07.2009

29.07.-05.08.2009

06.08.2009-20.01.2010

01.07.2009

Heute war der offizielle Gründungstag meiner Selbständigkeit. An sich unspektakulär, denn ich kann noch keine Gäste bewirten. Die alten Räumlichkeiten der Gaststätte in meinem Niedersächsischen Hallenhaus von 1857 wurden zwar bis vor einigen Jahren noch als Kneipe und für Gesellschaften genutzt, doch die letzte Renovierung war 1964 und deshalb nicht mehr wirklich zeitgemäß.

So mache ich mich nun an die Arbeit. Mein Bestreben und oberstes Ziel ist der Rückbau des Hauses in einen Zustand um 1900-1930. Durch die letzten Generationen wurden gelegentlich schon Umbauten vorgenommen, jedoch ist die Substanz in ihrem Originalzustand weitestgehend erhalten geblieben. In den 60er Jahren wurden viele Räume mit den damals so beliebten Deckenvertäfelungen versehen, um die Deckenhöhe zu verringern und sich ständige Malerarbeiten an den Lehmdecken sparen zu können. Als Kind wuchs ich in diesen Räumen auf, somit hängen auch viele Erinnerungen an der bisherigen Gestaltung der Räume.

02.07.2009

Es stehen noch Termine in meinem Plan, deshalb passiert heute im Haus nichts.

03.07.2009

Eine schwere Aufgabe steht mir bevor. Durch meine Sammelleidenschaft der letzten 20 Jahre hat sich doch eine Menge an alten Liebhaberstücken angesammelt, die seit einiger Zeit auch das Erdgeschoss in Beschlag nehmen. Grundsätzlich nicht schlimm, doch im EG befinden ja nun mal genau die Räume, in denen ich zukünftig Gäste bewirten möchte.

Ergo – Ausräumen, und zwar alles, die Räume müssen leer.

04.07.2009

Mir ist noch nicht der Sinn nach der großen Ausräumaktion. Mental muss ich mich da erst noch richtig mit anfreunden. Es gibt ja genügend andere Aufgaben, die noch erledigt werden wollen.

05.07.2009

Heiliger Sonntag. Aber auch ein Tag, an dem für gewöhnlich wenige Menschen etwas von mir möchten. Da gebe ich mir den Ruck und nun gehts los.

Das alte Schlafzimmer neben der Stube nehme ich zuerst in Angriff.

In etlichen alten Truhen, einem Schrank und großen Tonnen fristen hunderte Spulen mit Webgarnen ihr dasein – lieber wieder rückwärts raus und erst mal woanders Platz schaffen. Gesagt, getan, die Mägdekammer im Wirtschaftsteil werden zusammengeräumt, dort sollen die Garne und Schränke rein. Bei der Gelegenheit ergeben sich unterwegs gleich wieder andere Bereiche, in denen man Platz schaffen könnte. Die Ordnung soll auch hergestellt werden. So muss aussortiert, nach Themen zusammen gestellt und die Objekte an den richtigen Platz geschafft werden. Auf der Diele ist gerade frei geworden, weil zum Flachsfest alles rauskommt und aufgeräumt wird. Diese Gelegenheit nutze ich flugs, um die größten Schränke und Mobiliar unter zu bringen.

Die Stunden ziehen ins Land und es wird spät an diesem Tag, bis ich erschöpft auf dem Sofa zu liegen komme.

06.07.2009

Das Gröbste hatte ich gestern schon weggeräumt, nun noch einigen Kleinkram, dann die stehen gebliebenen Möbel abdecken und an den nächsten Schritt. Bis jetzt sind freigreräumt: Schlafzimmer (wird später mein Büro), Stube (wird Separé und Raucherzimmer), Gaststube (wird Kult(ur)kneipe), Flur (wird Flur und Ausstellungsfläche) und Clubzimmer (wird Cafébereich und bis es soweit ist, Materiallager für Umbau und provisorisches Büro).

Der Vorschlaghammer und Werkzeug sind nun meine Lieblingsspielzeuge. Es gilt, Holzvertäfelungen aus 3 Räumen zu entfernen, vorher noch Gardinen abnehmen, Stangen abschrauben, Nägel aus den Wänden, Strom abschalten, alte Kabel entfernen.

Kurz um, am Abend ist nichts mehr wieder zu erkennen, es ist irgendwie befremdlich, diese Räume nun so zu sehen, aber ich wollte es ja nicht anders….

Beim Tapeten entfernen mache ich wieder und wieder schöne Entdeckungen, an dieser Stelle aber nur soviel: Es waren 14 Schichten Tapeten die ich jeweils (!) in Stube und Gaststube von der Wand holte. Die erste Tapete bzw. Wandbemalung von 1857 bleibt natürlich auf der Wand, um später die schönste Stelle als Zeitfenster zu gestalten.

Was ich noch alles entdeckte und welche Rätsel sich nach 20 Jahren lösten, davon dieser Tage mehr…………….. Der Michel ut Jomeln

07.07.2009

Zuerst möchte ich Ihnen meine Freude über Entdeckungen nahe bringen. Vor 20 Jahren holte ich vom Dachboden die alten Butzentüren der Stube und ziemlich daneben lag ein kleines, süßes Wandschränkchen mit Glastür und einer Schublade. Hocherfreut habe ich es aufgearbeitet, das Glas erneuert und seitdem in meiner Küche zu hängen. Als ich nun im alten Schlafzimmerraum, wo auch die Butzentüren hingehören, die Tapete von den Wänden holte, entdeckte ich genau die Stelle, an der das Schränkchen früher hing. die Wand hatte ursprünglich eine blaue Farbe als Erstanstrich, um 1890 kam dann ein grüner Anstrich mit gemalter Borde darüber. Da der Schrank fest mit der Wand verbunden war, sparte man natürlich diesen Bereich beim Streichen aus. Sehr zu meiner Freude.

Und noch so ein Ding ist mir widerfahren. In der Gaststube hinterm heutigen Tresen legte ich aus denselben Gründen den Platz der alten Standuhr frei.

Welch eine Freude, wieder ein bischen mehr über die Familiengeschichte zu erleben. Die Uhr selbst gibt es noch, doch der Kasten ist nicht mehr vorhanden, nun weiß ich aber, wie er aussah. In der Gaststube war die Wand zuerst grell grün, dann untenrum mit Bierfarbe imitierte Wandpanele, Borde und obrenrum pastellgrün mit einer breiten Borde unter der Decke aus bunten Blumenranken. Da geht mir das Herz auf. Nun schwanke ich schon, wie ich all diese Stile in einem Raum vereinen kann. Schließlich soll in der Kneipe der 60er-Jahre-Stil vorherrschen. Eine entsprechende Tapete habe ich schon zu einem Zeitfenster gesichert. Aber auch den älteren Anstrich um 1890 werde ich irgendwie in einem Zeitfenster erhalten.

Anosnsten geht es jetzt, darum insgesamt 40 Tapetenschichten in 3 Räumen von den Wänden zu kriegen. Nachdem die Holzdecken sich nicht wirklich gewehrt haben, hege ich Hoffnung, dass auch dieses Unterfangen zu meistern ist.

08.07.2009

Heute wieder mal Termine ausserhalb, deshalb keine Aktivitäten auf der Baustelle.

09.07.2009

Tapeten abspachteln……. Erst mal die gröbsten Placken, die sich besser im trockenen Zustand von der Wand reißen lassen.

Jetzt ist auch die Küche mit dem Vorbau dran, dort standen bis heute noch Schränke mit Inventar. Wieder heißt es, Geschirr raus, verpacken und vor allem, irgendwo verstauen. Viele meinen ja, mein Haus sei soooooo groß, dass man nie Probleme mit Platzmangel haben könnte, aber ich kann Euch sagen, dem ist nicht so, auch bei einer Fläche von über 700 Quadratmetern Stellfläche.

„Alles mit Bedacht“, so lautet ein Spruchband, dass ich hier im Haus mal fand. Da ist wohl was dran, denn alles ist verstaut. 4 weitere Schränke nebst sämtlichen darin aufbewahrten Dinge haben einen neuen Platz gefunden.

10.07.2009

Tapeten abspachten…….die Dritte. Heute aber auch das Finale für zumindest 2 von 3 Räumen. Als kleine Belohnung für diese Schufterei habe ich zum Feierabend noch den großen Hammer geschwungen. Im Schlafzimmer sollen die alten Butzentüren nebst Oberlicht und Einbauschränken wieder ihren urprünglichen Standort erhalten. Die 1937 eingebaute Tür hatte ich schon rausgenommen. Jetzt ist die Wand dran. Putz abschlagen, Mauersteine raushauen, putzen und einlagern, Balken heraus nehmen, die 1937 als Türfassung eingebaut wurden. Da geht es mir gleich viel besser und ich habe ein Erfolgserlebnis mehr. Beide Räume gewinnen durch diese Maßnahme an Charakter, und wenn die Einbaumöbel erst eingebaut sind, dann…….ist es wieder ein runden Bild, mit Kachelofen und stilvoller Einrichtung. Ich kann es kaum erwarten.

Diese Veränderung sind so aufregend, dass ich schon jetzt eine Feier plane. Demnächst möchte ich auch anderen die Möglichkeit geben, die Baustelle zu besichtigen. Dazu veranstalte ich eine Baustellen-Buddel-Party. Termin und Anmeldebedingungen rechtzeitig an dieser Stelle.

Morgen steht auf dem Plan:

Stubentapeten,

Wandlöcher für Dunstabzugsanlage und

Erhöhung einer weiteren Tür, vielleicht auch noch die

Vorbereitung zum Einbau der Rauchglocke nach historischem Vorbild in der Küche mit teilweiser

Entfernung der Wandfliesen, um die Heizklappe für den Kachelofen zu installieren.

Und das sind alles nur Aufräumarbeiten! Es ist dann immer noch nichts renoviert:-(

11.07.2009

Tapeten, Tapeten, es sind noch nicht alle von der Wand, so mache ich mich dabei, nun dem Graus ein Ende zu bereiten. Und es dauert seine Zeit.

Der Durchbruch für die Einbaumöbel in der Stube habe ich in Angriff genommen, nachdem ich die alte obere Borte in der Stube entdeckt habe. Das zukünftige Gesamtbild der Wand mit den Butzentüren und den Einbauschränken wird die ursprüngliche Farbgestaltung von 1857 einbeziehen, das wird sicher eine schöne Ansicht.

Mit dem Druchbruch steht wieder das Sortieren an. Lehmputz und Lehmziegel müssen getrennt werden. Der Putz wird eingelagert und neu angerührt, damit ich die Wände wieder flott machen kann. Die Lehmziegel werden in der Küche aufgestapelt, daraus werde ich die Rauchglocke mauern. Dazu müssen aber erst alle Fächer ausgehauen sein.

12.07.2009

Heute haue ich die restlichen Fächer raus, wo die Möbel eingebaut werden. Das ganze klappt wunderbar und wieder ist die Stube voll mit Schutt und Dreck. Das suche ich mir etwas Abwechslung. Der Ort des Kachelofens ist jetzt dran. Die 1937 zugemauerte Wand wird wieder geöffnet, um den Ofen aufsetzen zu können. Da es sich um einen „Bilegger“ handelt, der von der Küche geheizt wird, muss der Durchbruch zur Küche ausgeweitet werden, wie es mal war. Ich meine, dabei einen zweiten Abzug entdeckt zu haben, der den Qualm an der Befeuerungsklappe abziehen lässt. Ich bin mal wieder begeistert und habe den Putz Küchenseitig von der Brandmauer genommen und die Ziegelsteine sehen roh echt klasse aus.,

In der Küche kann ich nun auch die alten Stromkabel entfernen. Die Blechhülsen werden aber aufbewahrt, schließlich will ich in Stube und Küche die Kabel wieder in diesen Hülsen verlegen, dann sieht es wieder wie damals aus, als wir Strom bekamen. Dann ist da noch ein altes Kabel von der Telefonklingel von 1912, wie ich meine, das kommt endgültig weg. Man damals an den Wanddurchgängen extra Kanäle eingezogen und mit Porzellanköpfen versehen.

Zwischendurch immer wieder Schutt sortieren, fegen, lüften, Tapeten einfeuchten und entfernen. Nun endlich Feierabend, da entdecke ich weitere Tapeten, sehr zu meinem Leidwesen. Im Flur sind noch Tapeten an Decke und einer Wand. Da muss ich wohl noch ran. Also wieder heißes Wasser angesprüht und warten, bis es eingeweicht ist. Dann nehme ich gleich die restlichen Tapeten im Anbau auch in Angriff. Fleitschepiepen, die wehren sich gewaltig.

Aber die Rechnung haben sie ohne mich gemacht. Alles wird erledigt und gegen 22.30 habe ich endlich Feierabend.

13.07.2009

Ich habe etwas verschlafen, erst gegen 9.00 wache ich auf, dann man los. Der Feinschliff am Dirchbruch in der Stube muss geschafft werden. Das Fachwerk liegt bloß. Ich säubere die Balken, fegen den restlichen Putz zusammen und entferne Nägel und Draht von den Balken, natürlich fein sortiert, dabei entdecke ich noch vergessene Kabelschelle im Schlafzimmer. Den Lehmputz deponiere ich im Clubzimmer zwischen, da kann ich gut mit Wasser arbeiten und verbaue mir den Platz an den alten Wänden nicht.

Die Lehmziegel sind endlich aufgestapelt und die Stube ist „sauber“, alle abgerissenen Tapeten sind entsorgt, endlich Platz für neuen „Müll“. Heute nehme ich mir die Türerhöhung zur Kneipe vor. Türrahmen rausnehmen, Riegel entfernen und Lehmfach herausnehmen. Über der Tür wird noch ein kleines Fenster eingebaut um der Küche mehr Helligkeit zu schenken. Und es ist schon zu merken, dass die Küche sich freut und heller erscheint. Schnell den Lehmputz aufkehren und einlagern, die restlichen Ziegel mit aufstapeln. Gleich kommt nämlich richtiger Schutt, der sollte nicht vermischt werden.

Da ich schon in dieser Ecke bin, nehme ich mir doch gleich die Feuerstelle vor, wo die Rauchglocke wieder eingebaut wird. An der Wand lege ich per Bleistift die Stellen fest, wo die Balkenträger eingelassen werden. Da mache ich wieder eine tolle Entdeckung. Die Branmauer ist doch erst von 1937 und ist einfach vor den Essenbereich gemauert worden. Glücklicherweise hat man damals dahinter nichts glatt geputzt sondern, die Ziegel nur direkt auf die alte Wand und Esse gemauert. 20 Jahre habe ich auf diesen Moment gewartet und nun entdecke ich endlich die Originalsituation der Rauchglocke und kann die Form rekonstruieren wie auch die alten Einlässe für die Balken wieder nutzen. An der äusseren Ecke wird die Glocke durch ein Eisenstange an der Decke aufgehängt. Der abgesägte Stumpen schaut noch aus der Decke, weshalb ich gleich mal oben ein Fußbodenbrett aufnehme, um die Stange durch eine intakte von oben ein zu setzen. Leider habe nur zu kurze Stangen da, weshalb ich gleich morgen früh zu Jagow muss, der wirds schon anfertigen können. Genial ist bei dieser Entdeckung der Rauchglockenform auch, das ich neben den bisher an der Decke geschätzten 30 Kalkfarbenschichten weitere mindestens 20 ältere Schichten und eine schöne Borte finden konnte. Die Decke um den Schornstein habe ich auch abgenommen, die war nur mit Brettern und losem Putz geschlossen worden. Und auch hier finde ich den Originalzustand wieder, was mir den Neueinbau enorm erleichtert.

Zum Abschluss habe ich heute noch im OG in einem Raum den Holzfussboden teilweise aufgenommen, dort wird neue Diele verlegt. Die alten Bretter nutze ich im EG als Verstärkung des Bodens im Schlafzimmer, dem künftigen Büro.

Aufräumen, fegen, Feierabend, ab morgen mehr….

14.07.2009

Von den Problemen der Materialbeschaffung oder: Sonderwünsche unerwünscht!

Frohen Mutes fuhr ich heute früh in die Stadt um eine 135cm lange 25er Eisenstange zu besorgen, die von beiden Seiten mit einem 24er Gewinde versehen werden sollte. Diese benötige ich als Aufhängung für die Rauchglocke in der Küche. So geht der erste Weg zu dem mir bekannten Metallbauer – oh, er ist wohl umgezogen, nehme ich erst mal den eine Straße weiter. Leider ist der Chef nicht da und im Büro weiß man nicht recht, ob man Eisenstangen da hat, bitte in einer halben Stunde wieder kommen. O.k., dann fahre ich nochmal zurück, weil ich inzwischen weiß, wo mein Eisenfuzzi nun gebaut hat. Chef auch dort nicht da, aber in der Werkstatt ist jemand ganz engagierter Mitarbeiter, der mir helfen möchte. Ja, also, solch starken Stangen haben wir letzt auch schon gesucht, schauen wir mal, aber ob wir einen Gewindeschneider haben ist ungewiss. Tatsächlich fand man den richtigen Gewindeschneider, es fehlt nur die Drehbank, denn mit der Hand könne man ein Gewinde nicht gerade abdrehen. Zur Güte habe ich mir die Stange ablängen lassen und zog von dannen, weil der andere Chef ja wieder in der Schmiede sein müsste. Da war er auch, aber konnte mir nicht helfen, weil er als Metallbauer keine Gewinde schneiden kann. Geht nicht? Bin ich hier in einer Schmiede, da müsste man auch so etwas noch machen können? Nein! Es ist keine Schmiede, wird mir erwidert, ich solle man zum Heizungsbauer. Ich also dahin, leider nur bis 22er möglich, aber fahr doch mal zur Absatz oder ehem. Boddien, die können Dir bestimmt helfen. Und tatsächlich fand ich ganz wunderbare Menschen, die sich meiner annahmen. Überglücklich nahm ich meine Stange unter den Arm und war mittags endlich wieder daheim.

Diese Erlebnisse widerfahren mir ja des öfteren, wenn ich dabei bin, alte Dinge zu reparieren oder etwas rekonstruieren möchte. Wegen umspannten Lampenkabeln bin ich mal einen ganzen Tag unterwegs gewesen und habe über 100 km im Kreise verfahren.

Um noch fleißig zu sein, habe ich mir heute den Fußboden eines Zimmers vorgenommen, das im Obergeschoss ist. Ursprünglich wollte ich den alten Holzfußboden retten. Wegen des Alters und schlechter Qualität an den Brettseiten habe ich schon einige Bretter vorher herausgenommen, an den Seiten je 3 cm längs abgesägt und wieder eingelegt. Das Ergebnis war aber nicht überzeugend. Schon recht nicht, nachdem mir ein Freund Dielen empfahl, die mich umhauten. Fast 4cm starke Kieferbretter, schön durchgekient und bis zu 28cm breit, welch Stimmungsaufheller. Vor einigen Tagen habe ich dann die Bretter geholt, die später auch in der Stube, im Clubzimmer und der Speisekammer verlegt werden. Der alte Belag musste also erst mal raus, dann die handgeschmiedeten Nägel alle aussortieren und weglegen. Danach Vorbereitung des Untergrundes. Einige Unebenheiten musste ich wegstämmen, bzw. Ausgleichslatten verlegen. Aber nach dem ersten neuen Brett war die Mühe schon wieder vergessen. Das flutscht ja nur so, das macht Spaß. Eine kleine Schwierigkeit bereitete zwar das Einfügen der letzten Bretter, denn: die Bretter werden in einer Länge verlegt (5,50m!) Früher hat man wohl die Fußböden verlegt und anschließend erst die Lehmwände weiter mit Putz versehen. Das hat Vorteile, z.B. haben so die Mäuse nur mit sehr großer Mühe und Durchhaltevermögen die Möglichkeit, da hindurch zu kommen. Also verlegte ich bis zur Mitte und fing dann auf der anderen Seite an, die Bretter ein zu schieben und anschließend von der Mitte aus weiter zu verlegen. Das war widerum eine richtige Strapaze. Dennoch hat es geklappt und der Raum hat nun ein bombstisches Gesicht bekommen. Wenn nun noch die Wände wieder verputzt und gestrichen sind, dann wird es ein Wohlfühlraum sein, dessen bin ich sicher. Die alten Bretter sind übrigens keinesfalls Brennholz, sie werden in der vorbeschriebenen Art in meinem Büro auf den vorhandenen Holzfußboden zusätzlich verlegt umd mehr Stabilität herein zu bringen. Vielleicht streiche ich ihn dann weiß? Das kann ja richtig toll aussehen und verleiht einem kleinen Raum viel mehr Größe.

15.07.2009

Der gestern verlegte Fußboden braucht noch einen Feinschliff, verkeilen, Kontrolle an den Türbereichen und – fertig. Nachdem ich gestern die Eisenstange besorgen konnte, mache ich mich heute an den Rahmenbalken für die Rauchglocke. Die Original Einlässe dienen auch jetzt wieder der Auflage in den Wänden und die Eisenstange hält den Rahmen, in dem sie vonoben durch den Deckenbalken zum Rahmen durchgeführt wird. Die Eichenbalken müssen zugeschnitten werden und der Aufriss für die Verbindung muss gemacht werden. Danach habe ich Verbindung mit Beitel und Hammer herausgearbeitet. Dann könnte ja alles glatt gehen. Pustekuchen, denn die Eisenstange führt nicht ganz senkrecht nach unten sondern ist leicht ausgestellt. Das führ zu leichten Problemen beim Aufstecken des Rahmen, da die Balken nun etwas verkantet sind. Davon lass ich mich ja nicht unterkriegen. Deshalb habe ich auch dieses Tagewerk vollbracht. Und ich bin froh und stolz, demnächst wieder eine Rauchglocke an ihren ursprünglichen Ort gebracht zu haben. Das Lehmziegelmauerwerk wird sicher noch etwas knifflig, ich freu mich drauf.

Zum Abschluss des Tages habe ich mein Werkzeug wieder sortiert um morgen wieder einen besseren Überblick zu haben……

16.07.2009-24.07.2009

Hallo, Ihr Lieben da draußen. Heute bin ich etwas durcheinander, denn ich schreibe aus der Zukunft. Ich habe die letzten Tage ab dem 16. nicht schreiben können, nun muss ich erst wieder überlegen, was ich wann gemacht habe.

Sicher bin ich ziemlich pausenlos im Haus am Arbeiten, wenn nicht gerade Termine anstehen, gelegentlich schaue ich auch in den Garten. Auf dem Hofgelände gibt es seit Pfingsten 2002 einen Bauerngarten mit Buchsbaumeinfassungen und etwa 50 historischen Rosensorten. Seitdem tummeln sich hier mehr und mehr Vögel, wie Tauben, Spatzen oder Spechte. Aktuell sind auch hunderte Schmetterlinge im Garten unterwegs, hier ein kleiner Ausschnitt einer riesigen „Schmetterlingstraube“

Es ist aber wieder eine Menge passiert, deshalb erst mal Bilder:

Wie man sieht, habe ich die Fliesen im Herdbereich nun alle von der Wand geholt. Dabei hat mich die rechte Wand wirklich geärgert. Vielleicht kann man hier die Unebenheiten erkennen, weshalb man 1937 die Wand komplett neu verputzt hat und mit Fliesen versehen hat. Während alle anderen Wände mit einem mageren Kalkputz gemacht sind und dann die Fliesen direkt in Zementplacken gelegt wurden, die sich leicht runter holen liessen, hier das ganze Gegenteil. Putz aus Zement, verstärkt und gestützt mit Drahtgeflecht und richtig fett. Also musste ich richtig schwitzen. vorteil dieser Aktion. Ich habe mal wieder ein altes Relikt gefunden, wie könnte es anders sein. Die Rauchglocke hatte einen ganz traditionellen Aufbau, denn ich konnte den Pfeiler unter den Rahmenbalken freilegen, den ich nun rekonstruieren kann. Es ist ja so wunderbar, wenn sich alles fügt….

Den Pfeiler kann man leider nicht sehen, aber ich haben auch den Schornsteinbereich neu gemacht. Um neue Fliesen und meine alten Herdspruchfliesen anbringen zu können, mussten diese Flächen einen neuen Untergrund bekommen. Was man jedoch sehr gut sehen kann, ist der Anfang der aufgemauerten Rauchglocke. Das war bis jetzt schon eine schöne Asterei, die ich aber gerne auf mich genommen habe. Dennoch muss ich ehrlicherweise gestehen, dass es sehr gut funktioniert. Um eine feste Verbindung zwischen Balken und Gemäuer her zu stellen, habe ich mich der Nägel bedient und dann die erste Schicht Lehmziegel auf den Lehmputz gepackt, und so weiter, bis ich in die Verjüngung gelangt bin. Nun soll die Glocke erst mal ruhen, damit Festigkeit rein kommt und ich weiter in den Bogen mauern kann.

Auf der Großbaustelle „Grappenkopp“ suche ich mir nun mal einen anderen Bereich, um weiter zu kommen. Also gehe ich nach nebenan und beginne mit dem Verputzen der alten Lehmwände in der Stube und teilweise im Schlafzimmer. In einigen Ständerbereichen gab es in der Vergangenheit natürlich Risse, die schon mit Gips verspachtelt waren. Alle diese Stellen werden nun wieder entfernt, dann der Bereich etwas großzügiger freigelegt. Das hat den einfachen Grund, dass dann der neue Lehmputz eine bessere Haftung eingehen kann und nicht wieder so schnell brüchig wird und abplatzt. Bevor ich loslegen kann, gehe ich erst mit meiner Rückenspritze überall rum und feuchte alle Stellen an, damit der Lehm besser anzieht und sich mit der Wand verbindet. Stellen, die an Balken offen sind, benötigen eine Sonderbehandlung. Früher hat man in diesen Bereichen über die Balken von Gefach zu Gefach Langstroh in den Unterputz gedrückt und darüber gespaltene Haselzweige genagelt oder einen dicken Zwirnsfaden aufgenagelt. Heute kann man sich sehr gut mit Rippenstreck aushelfen, den man bequem mit der Eisenschere in die richtige Größe bringen kann und dann mit Pappnägeln am Balken oder kritischen Stellen anbringt. Dann kann man direkt darauf putzen und es ist wieder eine sichere Sache.

Wenn man alten Lehm wieder verwendet, hat man eine große Plage: Steine! Der Wandaufbau besteht ja aus mehreren Schichten Lehm, weshalb nun beim Abbruch alles zusammen in einen Bottich kommt. Es ist also etwas aufwändig, nun wieder damit zu arbeiten, aber ich liebe es. Wenn der grobe Putz drauf ist, lasse ich den Putz erst mal einen Tag ruhen, bevor ich das erste mal Glätten kann. Danach trage ich Feinputz auf, den ich so gewinne: Lehm einweichen mit sehr viel Wasser, also richtige Lehmsuppe statt Matsche-Pampe. Dann kommt das Geduldsspiel in sitzender Ausführung. Litermaß und Küchendurchschlag gehören dazu, ebenso ein sauber Bottich. Lehmsuppe in Litermaß und über Bottich in den Durchschlag gießen, bis nichts mehr geht, und das dauert nicht lange. Stroh, Steine und das schnelle Absetzen des Lehms im Wasser erschweren diese Prozedur. Das Ergebnis hingegen ist überwältigend. Feinster Lehmputz, den ich weiter verarbeiten kann. Er wird auf den Vorputz gespachtelt und ruht, bevor wieder das Reibebrett zu Einsatz kommt. Das Finale bildet dann das Reiben mit dem Filzbrett, das eine schöne glatte Fläche erzeugt. Wunderbar. Nur sollte man nicht darüber nachdenken, mit welchem Material man wirklich arbeitet. Lehmputz setzt sich ja zusammen aus: Lehm, Sand, Kalk, Stroh und – Kohschiet. Dementsprechend zieht seit einigen Tagen ein ganz eigener Geruch durchs Haus, während die Wände wieder trocknen. Die vielen angenehmen Eigenschaften allerdings belohnen diesen „Scheiß-Job“. Hier meine Lehmwerkstatt:

Auf dem vorherigen Bild sieht man die Wand in der Stube, das Loch ist der ursprünliche Einlass für den Kachelofen mit Backfach, der von der Küche aus geheizt wird.

Der Ofensetzer war dieser Tage auch schon da und hat sich die Situation mal angesehen. Einen kleinen Vorgeschmack auf den künftigen Kachelofen könnte ich ja mal geben. Ich habe ihn ja schon mal zerlegt photographiert:

Das ist die Frontseite im oberen Teil, darunter kommen noch die gußeisernen Platten und der Sockel. Darauf freue ich mich auch schon so richtig doll…

Nun, Ihr Lieben, es ist schon spät, wie jeden Tag auf meiner Baustelle, deshalb schließe ich für heute und melde mich die Tage, es bleibt spannend…

25.07.2009

Eigentlich macht freitags ab 1 ja jeder seins, also Wochenende. Nix da, denn ich habe noch einiges auf dem Plan. So mache ich mich daran, im Zimmer auf der oberen Etage, wo ich schon den Fußboden neu verlegt habe, jetzt den Lehmputz.

Hier sind auch neue Elektroleitungen verlegt, also müssen auch die Schlitze verputzt werden. Viel wichtiger ist für mich das Abdichten aller Möglichkeiten, die Mäuse gerne nutzen, um sich ein niedliches Eigenheim ein zu richten. Systematisch werden von mir deshalb in jedem Raum zuerst alle Ecken, Ritzen und Löcher im Boden- und Deckenbereich großzügig mit Lehm vollgestopft. Dann dürfte ich wohl die nächsten 50 Jahre mind. Ruhe haben vor den „Öhstern“. Und wieder ist es trotz guter Vorsätze wieder spät, in der Stube unten habe ich dann nämlich gleich noch den Feinputz aufgetragen und glatt gerieben, wie nen Kinderpopo. Im zukünftigen Büro wurde 1964 ein Fenster geschlossen und nur mit Rigipsplatten von innen verkleidet, die nun sehr brüchig waren. hier entsteht gerade ein Lehmputzaufbau. Im Balkenbereich habe ich das Rippenstreck schon angenagelt und kann der Tage dann den Aufbau weitermachen. Gut sind immer ein paar Tage Ruhe dazwischen um große Rissbildung bei der Trocknung zu vermeiden.

26.07.2009

Sonntag, heiliger Sonntag, und wieder hat der Michel ein Tagewerk vor Augen. Bald hat sich Besuch angekündigt, den möchte man ja auch einigermaßen unterbringen können. Somit schiebe ich in meine Planungen die Außenwanddämmung im OG-Zimmer mal eben zwischen. Die Aussenwände dämme ich in Trockenbauweise, sprich Unterkonstruktion, Dämmung, Fermacellplatten, dann verputzen, schleifen, feinputzen, schleifen, streichen und fertig. Die Entscheidung dafür hat einen gewichtigen Grund. Es ist eine energiesparenden Methode, die zudem auch noch leicht ist. Eine Diskussion über die Dämmstoffe möchte ich hier nicht entfachen, dafür gibt es verschieden Foren, die das eindringlich erörtern. Feierabend gegen 22.30 Uhr.

27.07.2009

Zu diesem Bild braucht man wahrlich eine Erläuterung. Dargestellt ist die Schornsteinsituation im OG. Arbeitsbeginn war gegen 7.00 Uhr, wie gewöhnlich. Werkzeug sortieren, neues bereitstellen und den Fußboden in diesem Bereich aufnehmen. Das waren „Obi-Brettchen“ anno 1937, die leider nur 2 cm stark sind und nun ausgedient haben. Ich musste den Boden auch deshalb aufnehmen, weil die Rauchglocke nun weiter wachsen soll, und dazu muss ich auch von oben rankommen können. Wenn man durch die länglichen Öffnungen schaut kann man das bisherige Mauerwerk sehen. So gegen 11.00 Uhr hatte ich das soweit alles vorbereitet und könnte nun mit der Rauchglocke weitermachen. Dazu habe ich erst mal überschlagen, wie viele Lehmsteine ich wohl noch benötige. Die Rechnung ergibt: zu den bisher 80 verarbeiteten Steine müssen noch cirka 180 zusätzlich rauf auf den „Trump“. Die Glocke hat die Maße 1,60 x 3,00 m und ist 1,40 m hoch. Da ich nur noch 50 Steine habe, holft mir ein guter Freund aus und ich mache mich auf den Weg…….

So sieht das dann aus, wenn man 13 Kisten à 10 Steinen in den Kombi gepackt hat und zu Hause angekommen ist. Kein weiterer Kommentar, aber –

Das zulässige Gesamtgewicht könnte unter Umständen leicht überschritten sein;-)

Egal, weiter gehts, die 13 Kisten à 10 Lehmsteinen mit je 3,5 kg Gewicht wieder in einstapeln, ins Haus bringen und zurecht legen. Dabei natürlich sortieren nach ganzen, mehr als halben und halben Steinen. Die ganz kleinen auch extra, die braucht man ganz zum Schluss.

Ja, da hat man gut Lachen, wenn man einen solchen Baumkuchen sein Eigen nennen darf. Ein freundliches Geschenk, dass heute in der Pause angeschnitten wird. Sonst sieht meine Verpflegung ja eher karg aus: Speckbrot, Gurken, gekochte Eier, eben deftige Kost als Nervennahrung, wie die Butter. Meinen geliebten Pottkuchen verschmähe ich dabei keinesfalls. Da der sich aber gerade neigt und Besuch aufgeschlagen ist, gibts superleckeren Baumkuchen. Danke Rolf!

Damit niemand hier meint, ich würde heute lau machen, hier endlich mal ein nicht aufgeräumtes Bild. Meine Baustelle in Aktion. Um nicht für jeden Stein extra von der Leiter zu müssen, wurden hier Tische übereinander gestellt, auch um die Sortierung besser organisieren zu können. Auf dem Stuhl links liegen die schon angefeuchteten Steine, die auf Verarbeitung warten. Je höher ich komme desto weniger reicht meine bescheidene Leiter. Tische gibt es ja genug, deshalb die Leiter darauf und frühlich gehts weiter.

Da ich dem Frieden nicht so recht trauen will, was das freie Aufmauern einer Glocke angeht, habe ich mich doch entschieden, ein Hilfsgerüst zu bauen. Wichtig dabei – man muss sie wieder entfernen können, sprich nach innen heraus auseinandernehmen können. Deshalb also Schrauben bitte von innen anbringen. Die Steine werden nicht von Luft und Liebe verbunden, sonder mit Lehmmörtel, und es geht einiges bei drauf. Während dem Wände verputzen an den Vortagen habe ich wohl 10 sechzigliter-Kübel verarbeitet. Für die Glocke waren es bisher 4 und es werden noch 6 bis zur Fertigstellung hinzukommen.

Hier mal ein Detailbild, wie der Lehm aussieht, wenn er eingeweicht ist. Am besten lässt man ihn über Nacht stehen. Vorm Verbrauch rühre ich dann mit dem Bohmaschinen-Quril ordentlich durch, das geht auf die Arme. Da die Kübel allerdings auf Roll-„Hunden“ stehen, muss ich zumindest das Schleppen nicht auch noch übernehmen. In kleinerer Einheit im Maurereimer ist es noch zu ertragen. Stunde um Stunde zieht ins Land. Mein Ziel heute ist die Fertigstellung der Glocke, also weitermachen. Die obersten Schichten kann ich nun vom Flur oben aus mauern, das ist äusserst praktisch. Ich kann die Übergänge zu den Aufliegebalken besser einsehen und vor allem muss ich nicht wieder und wieder von der Leiter. Und nun muss ich auch durchziehen, denn dieser „Trump“ sollte jetzt möglichst in einem „Guss“ vollbracht werden. Ich habe immer noch etwas Bammel, dass die Schose sonst zusammenkracht.

23.45 Uhr, es ist vollbracht! Ausgefegt ist schon, auch die restlichen Steine sind zusammen geräumt. Da ist sie nun – meine heiß ersehnte Rauchglocke. 260 Lehmstein à 3,5 kg fünf mal in den Händen gehabt. Etliche Eimer Lehmmörtel geschippt, über die Kelle und Fugenkelle aufgebracht und verfugt und so weiter. Vor Euch hängt das Glück von über einer Tonne Lehmklumpen unter anderem von zwei 24er-Muttern ab, die an der Eisenstange sitzen. Mein Mißtrauen dokumentiert der Hilfsbalken im frei hängenden Eckbereich. Ich werde mir noch einen langen Winkel schmieden lassen, den ich hier noch unterziehen kann, um so die Last von der einen Mutter unten auf den Balken weiter übertragen zu können. Nun erst mal Ruhen für die Glocken, langsam austrocknen lassen, bevor ich mit Verputzen weiter machen kann. Über diese Aktion habe nun sogar schon den Geburtstag eines guten Freundes vergessen, das ist wirklich schlimm. Martin, an dieser Stelle nochmals alles Gute zum Geburtstag, ich rufe morgen an.

28.07.2009

Gleich frühs habe ich in der Stadt einen Termin, der doch dauern wird. Erst mittags kann ich auf meiner Baustelle weitermachen. Der aufgenommene Fußboden im oberen Flur muss ersetzt werden. Durch die selbstlose Unerstützung eines Freundes habe ich die neuen Bretter schon hier. Beste Kieferndiele, Stärke satte 3,5 cm, und jede Diele bis zu 27! cm breit. Da macht die Arbeit richtig Spaß, weil das Ergebnis bombastisch ist. Zuvor wieder alle Hohlräume mit Lehm zuschmeißen, dann mache ich noch den Übergang von der Rauchglock unten an die Decke, sowie den Feinschliff von oben.

Ist das ein Vergleich zum Bild, das etwas vorher zu sehen war? Es ist zwar nur eine kleine Fläche, aber die Bretter müssen durch den Schornstein doch jedes für sich gut ausgemessen werden, damit die Federn gut an den Übergängen sitzen. Vorher habe ich den Boden noch ausgeglichen und in Waage gebracht. Zum Abschluss des heutigen Tages habe ich die Verkleidung des Treppengeländers oben noch fortschreiten lassen. Die Bretteransicht gefällt mir nicht, weshalb hier Fermacellplatten aufgeschraubt werden, das bringt einen etwas neueren Stil in den Flur, lässt ihn luftiger und freundlicher wirken. Schnell die letzten Bilder für heute machen, überspielen, hochladen und meine Texte eintippen und es ist wieder 23.30 Uhr.

Diese Zeitangaben sollte bitte niemand als Jammern empfinden. Ich möchte alle an meiner Arbeit teilhaben lassen, da gehört diese Info eben auch dazu. Es macht mir eben Freude und ich erreiche gerne mein Tagesziel. Und das habe ich auch heute wieder geschafft. Na denn man noch´n Stunn up Sopha un denn to Bett……

Nun schlaft auch Ihr alle gut und habt süße Träume bis die Tage.

Zusammefassung 29.07.-05.08.2009:

Liebe Besucher/Innen meiner Homepage! Die letzten Tage waren voller Bewegung und einem Ein und Aus an Gästen, darum schreibe ich heute nach ein paar Tagen Pause weiter an diesem Tagebuch.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich herzlich bei allen bedanken, die mich mit Mails und Besuchen erfreuen und mich weiter motivieren. Es ist schön zu wissen, dass viele diesen Umbau mit verfolgen und interessiert sind, wie es werden wird. Wichtigste Neuigkeit: ich habe Licht gemacht! die Zeit der Verlängerungskabel und Baulampen ist vorüber und ich kann ich Küche und Stube schon alles benutzen, voila, die Küche:

In der Küche habe ich also die letzten Tage mal gerichtet. Um endlich Grund rein zu kriegen, habe ich wohl 20 Schichten Kalkfarbe von der Decke geholt. Im hinteren Bereich des Bildes kann man sehr gut erkennen, wie braun gefleckt die Decke nun wieder ist. Das begründet sich in der Tatsache, dass es sich um eine Rauchküche handelt, in der der aufsteigende Qualm der Feuerstelle bei drückendem Wetter nicht direkt über den Rauchfang nach aussen gelangen konnte und so die Küche in Mitleidenschaft gezogen hat. Über die letzten 150 Jahre hat sich hier eine schöne Patina gebildet, die später sicher noch beim Farbanstrich durchschlagen wird, naja. Anschließend konnte ich anfangen, die Schlitze für die Elektrokabel zu hauen, jetzt natürlich nach den neuen Vorschriften, 30 cm unterhald der Decke die waagerechten und die senkrechten Kabel Unterputz nur von Verteilerdosen abwärts. Für die vielen Bedürfnisse in einer Küche gingen dabei mal eben cirka 150 Meter Kabel drauf, von 3×1,5er bis 5×2,5er. Und das, wo Kupfer doch so teuer geworden ist 😉

Der Zustand von 1964, als die Kühlung am Tresen eingebaut wurde. Diese Kombination von Bakalit-Schlater und Aufputz-Steckdose ist doch ein Bild wert, oder? Allerdings muss die Kühlung noch etwas warten, den vorher geht´s in Küche und Stube weiter.

Erstmals habe ich beim „Strippenziehen“ die Schlitze alle bereits vorm „Verdrahten“ wieder verputzt. Gerade der Bereich der Aussenwand sah wirklich schlimm aus und dort laufen auch die meisten Kabel längs. Zudem lagen dort auch Wicu-Wasserrohre Aufputz, die ich nun entfernt habe. Und schon gibt es eine glatte Wand mehr im Haus. Dieses Bild musste auch deshalb mit rein, weil ich bei den insgesamt 250 Metern Kabel für 21 Verteilerstellen und 40 Abnahmestellen doch tatsächlich 1 Kabel von 1,50 Meter Länge schlicht weg vergessen habe. Ja, mit dem Alter kommt der fehlende Überblick. Mein Glück, dass der Lehmputz in dem Bereich noch feucht genug war, um kurzer Hand das Kabel noch mit einzufügen und mit an zu klemmen, halleluja.

In der Küche sind nun also alle Wände glatt geputzt und müssen nur noch in ein paar Tagen feucht gemacht und glatt gerieben werden. Derweil hat mein Metallbauer auch einen Winkel für mich angefertigt, der unter den Tragebalken der Rauchglocke befestigt wird, um das Gewicht besser auf den gesamten Balken von der Ecke aus verteilen zu können. Ich bin doch skeptisch, dass die Mutter wirklich alles allein halten kann, ohne dass der Balken womöglich ausbricht. Der Winkel im obigen Bild auf dem Tisch.

Mein ganzer Stolz der letzten Tage: Elektro in 3 Räumen fertig, und 2 Räume schon angeschlossen, mein Stromanbieter freut sich. In der Stube habe ich für die Lampen die alten Aufputz-Rohre gereinigt, mit neuen Kabeln versehen und wieder installiert. Somit habe ich den Zustand hergestellt, wie an dem Tage, als das Haus mit Strom versorgt wurde. Die Rohre blitzen wieder und auch die „Schweineschnauzen“ (Steckdosen) schauen endlich wieder aus der Wand. Drehschalter im Original machen das Bild für mich perfekt. Im unteren Bereich habe ich mich für Unterputz-Steckdosen entschieden, die später nur wenig auffallen werden, wenn sie farblich an die Wand angepasst sind. Bei den alten Leitungen hardere ich noch, ob das Streichen in der Wand-, bzw. Deckenfarbe richtig ist. Die Rohre sind so schön blank, dass es toll aussieht. Bauzeitlich werden ich sie wohl streichen müssen, schauen wir mal. Am linken Bildrand ist die ehemalige Durchreiche von der Stube zum Clubzimmer zu erahnen. Diese habe ich von der Clubzimmerseite bereits zugemauert, mit Lehmsteinen und Putz. So entsteht in der Stube eine niedliche Niesche, in der ich noch Beleuchtung einbaue und so einen repräsentativen Platz schaffe für…..Überraschung.

Mit diesem Bild der neu verlegten Leitungen (da muss ich auch schon grinsen) ziehe ich mich zurück auf meine Baustelle und verbleibe bis die Tage mit einem schönen Spruch, der auf einem gelben Baustellen-Schild steht, dass auf einem der Bilder von der Küche schon zu sehen war und ein liebes Geschenk von Freunden ist:

Wem die Scheiße bis zum Hals steht, der sollte den Kopf nicht hängen lassen.

So viel Wahres in einem schlichten Satz, da sollte man wieder die gerade Haltung üben.

06.-11.08.2009: Zusammenfassung vom 11.08.2009

Die Rauchglocke hat in meiner Renovierung eine Sonderstellung, deshalb braucht sie auch viel Aufmerksamkeit. Der angefertigte Winkel ist bereits angebracht, und nun habe ich den Balkenbereich schon mal mit Rippenstreck beschlagen, damit dort der Putz später nicht wieder abfällt.

Neben weithin bekanntem ist etwas Neues entstanden: In der Stube gab es eine Durchreiche für das Clubzimmer, das ich nicht mehr nutzen kann. Kurzer Hand habe ich es zugemauert. Geplant war die komplette Schließung, doch mir viel da noch etwas zu ein. Drum habe ich nur von Clubzimmerseite aus die Öffnung mit Lehmsteinen zugemauert und in der Stube eine Nische gelassen, um die ich jetzt kümmerte. So einfach schlicht lassen, geht ja auch nicht, also erst mal Strom reinlegen und Lampen anbringen. Das war allerdings viel schwieriger, als gedacht. Diese Halogenfunzeln haben doch immer so einen unansehnlichen Adapter, der musste versteckt werden, dann die ganze Kabelage, Schalter, Adapter, Steckdose, Verteilerdose, und alles möglichst unscheinbar.

Siehe da, die Mühe hat sich doch gelohnt, oder? Die Lampen werden noch richtig montiert, vorher müssen die Platten verspachtelt werden. Da ich diese Rissbildung im Lehmgemäuer hinterm Fach so irre finde, werde ich sie einfach so lassen. Mal was anderes.

Über die Rauchglocke habe es ja einen neuen Kommentar am Anfang der heutigen Zusammenfassung, doch – ich vergaß, etwas anders zu erwähnen: Die Lampe in der Glocke habe ich doch auch schon angeschlossen, so ist es auch hier jetzt helle. Original Schalter (der Obere) und Kabelrohre habe ich wieder verwendet. Die neue Schalter-Steckdosenkombination war unumgänglich. Für die Zentralheizung benötigt man ja eine Umwälzpumpe, die über einen Kontrollschalter gesteuert wird. Diese Stelle dafür schien mir die beste. Gerne hätte ich den Schalter ja in einer Ecke versteckt, aber das ist in der Praxis widerum zu umständlich, ich muss ihn schließlich auch leicht bedienen können. Mit dem späteren Farbanstrich der Stütze wird er wohl nicht weiter auffallen.

Immer noch in der Schornsteinecke der Küche möchte ich hier noch eben die Rauchglocke zeigen, die nun auch einen Feinputz aus Lehm bekommen hat. Im Balkenbereich werde ich jedoch Haftputzgips verwenden, der einfach eine bessere Haftung und vor allem Haltbarkeit gewährleistet. Diesen Vorzügen der heutigen Zeit sollte man sich in solchen Fällen ruhig zuwenden.

Aah, was ist das denn? Der Michel hat endlich den ersten Fußboden verlegt, der später im Haus bewundert werden darf. In der Stube habe ich damit angefangen, weil ich hier schon soweit alles fertig habe, dass kein großer Dreck mehr zu erwarten ist. Eigentlich könnten hier auch bald die Streicharbeiten losgehen.

Im zukünftigen Büro habe ich die Putzarbeiten auch abgeschlossen. Die ehemalige Fensteröffnung wurde 1964 nur provisorisch mit Fermacellplatten zugenagelt und von aussen zugemauert. Das hat jetzt ein Ende. Lehmaufbau ist toll geworden. Nach einer weiteren Trocknungsphase kommt noch der Feinputz, dann wird die Stelle nicht weiter auffallen. Später stehen davor auch meine Büroschränke, aber die Dämmung der Wand war mir auch wichtig.

Und noch einmal die Stube mit dem neuen Holzfußboden, den ich glatt mit ins Bett nehmen könnte. Dieser Duft und dieses Aussehen, ich liebe ja diese großen Äste und kienig, harziges Holz, herrlich. In der rechten Wand trotzt immer noch das große Loch. Der Kachelofen ist einfach noch nicht dran. Dazu muss ich erst einmal die letzten Materialien dafür heranschaffen, steht aber baldigst auf meinem Plan. Den Bereich habe ich mit der Dielung natürlich ausgespart. Hier muss noch ein Sockel gegossen werden, worauf der Kachelofen dann aufgesetzt werden darf.

Ich kann einfach nicht von diesem Boden lassen. Es sieht schon fast wohnlich aus und ich kann schon fast das Treiben fühlen, wenn in diesem schnuckeligen Zimmer Gäste gemütlich da sitzen und sich wohlfühlen, weil alles so authentisch und gediegen ist, trotzdem nicht verstaubt wirkt.

Bevor ich jedoch in Melancholie verfalle, dass noch viel Arbeit ansteht, bis die Gästen kommen können, hier ein Blick nach nebenan. Die Rauchglocke von der hinteren Eingangstür aus gesehen. Welch ein Einblick. Im Gegensatz dazu noch der Ausblick auf die nächsten Tage:

Die Speisekammer, mein zukünftiges Lager, ist jetzt an der Reihe. Ausräumen, Schlitze verputzen vom Strom verlegen, alles Streichen, Fußboden verlegen und wieder nutzen. Das Schlimmste wird das Ausräumen. Ich habe ja immer über Annemie gelästert, dass sie nichts wegschmeißen konnte und sich vollgewühlt hat. Ich bin wohl nicht viel besser, aber: Es ist alles geordnet! Das ist doch schon einmal was……..hier also der Schock der nächsten Tage:

Welch Graus. Dieses Regal hatte ich schon einmal neu gebaut, da war es noch halb leer, innerhalb kürzester Zeit hat es sich aber wie von Geisterhand irgendwie doch wieder gefüllt. Wer war das bloß????

Der Absatz an der hinteren Wand ist die Verkleidung des Kellerabstiegs. In einigen alten Häusern gibt es ja in der Küche manchmal aus Platzgründen nur eine Tür für Keller und Speisekammer. Das ist nich ungefährlich, wenn man rauf in die Speisekammer will und jemand die Klappe zu Keller geöffnet ließ und man in den Keller fällt. Hier ist es glücklicherweise etwas geordneter. Die Speisekammer (auch Kellerboden genannt) ist bequem über eine extra Tür erreichbar. Das positive Schreiben hilft aber nicht über die Arbeit hinweg: Kisten schleppen, bis es nicht mehr geht…..

Ob ich das alles schaffe? Und wo soll ich die ganzen Sachen lassen? Fragen über Fragen, die ich in den nächsten Tagen beantworten werde. Bleibt am Ball…

06.08.2009-20.01.2010

Liebe geduldige Gäste meiner Homepage,

danke, dass Ihr alle so lange ausgeharrt habt, um auf neue Bilder zu warten. Wie oft habe ich einige vertrösten müssen, weil die Arbeit im Haus einfach kein Ende nimmt. Das Einstellen der Bilder und das Schreiben der Text nimmt zusätzlich einige Zeit in Anspruch.

Nun ist der Jahreswechsel schon vorüber und es geht für mich in die heiße Phase vor der Eröffnung am 20.03.2010.

Der Termin steht und wird auch nicht verschoben. Egal, wie weit ich bis dahin bin, der Betrieb wird laufen.

Folgend endlich neue Bilder, die rückblickend für mich gar nicht mehr so einfach zu beschreiben sind. Viele Kleinigkeiten habe ich wahrscheinlich schon wieder verdrängt, weil ich mich schon am jetzigen Fortschritt so erfreuen kann. Ich will versuchen, ein wenig zu kommentieren….

Die Rauchglocke kurz vor dem letzten Feinputz

In der Küche fehlte trotz einiger Planung wieder mal ein Kabel, dass hier naträglich noch gut in den Lehmputz eingedrückt werden konnte. Dem Elektriker sei Dank, dass er grade noch zeitig da war.

Sonst ist die Elektrik in der Küche jetzt auf einem zeitgemäßen Stand;-) Auch wenn es hier eher nach alt aussieht, sind doch die Kabel alle neu und entsprechen den heutigen Vorschriften und alles ist geerdet.

Die Küchendecke hat mir mehr als große Sorgen bereitet. Und einiges kam auf mich zu. Nach 2 maligem Anstrich mit Tiefgrund und einem Voranstrich schlug der Rauchsiff immer noch stellenweise stark durch. Die kompetente Mitarbeiterin in meinem Baumarkt beriet mich wunderbar und empfahl einen Sperrgrund. Zusatzkosten, aber unabwendbar. Das Ergebnis? Eine gehörige Überraschung

Die Stube hat in alten Kabelkanälen neue Inhalte bekommen und der Strom kann hier wieder laufen. Ein schöner Moment, wenn einem mal ein Licht aufgeht, oder, wie hier, gleich 2.

Da kann man glatt schon mal dekorieren, wie die Tische so passen und kleine Gesellschaften später hier in gemütlicher Runde eine tolle Zeit verbringen können.

Kurz darauf habe ich die lang ersehnten Einbaumöbel an ihren Ort gebracht. Dazu musste ich in der Stube einen Stiel und 4 Riegel aus der Wand sägen. Da gab es einen schönen „Knack“ im Gebälk. Die Decke hat sich neu gesetzt, so 1mm wohl und dann war Ruhe.

Die Möbel sind nun fest mit der Wand verschmolzen, die alten Butzentüren aus dem Haus sind wieder an ihrem altangedachten Platz zurück und der Türrahmen ist auch wieder bereit, ein Oberlicht zu fassen, dass bei meinen Tischlern gerade in Arbeit ist. Das Design nehme ich vom Schrankoberteil mit den Glastüren ab.

Derweil sind die Fußleisten angebracht, Türen gestrichen und der Fußboden ist geschliffen, einige Male versiegelt und jetzt bereit, benutzt zu werden. Teilweise muss ich schon Möbel und Interiour unterstellen, denn im Wirtschaftsteil des Hauses wird es doch langsam zu kalt. Und ich brauche auch mal einen Lichtblick, ein bisschen Deko und neue Eindrücke.

Nochmal die Einbausituation von Schrank, Standuhr und Butzentüren. Den Farbton von Tür und Rahmen habe ich in Rücksprache mit der IG Bauernhaus, Knut Hose, an der Tür abgenommen. Wenn alles richtig fertiggestellt ist, wird es etwas dunkler. Die Optik wird noch durch „Bierfarbe“ in eine gemaserte Ansicht verwandelt. Später könnte man dann auch die Türen und Schränke so fassen. Dafür bleibt vorerst jedoch keine Zeit.

Rückseitig im Büro ist die Türlaibung auch fertig, Fußboden versiegelt, Leisten teilweise schon da.

Die Fußleisten habe ich übrigens auch selbst hergestellt. Orignale Reste aus dem Haus habe ich als Muster genommen. Die alten Fußbodenbretter waren teilweise noch gut genug und ich habe mit der Oberfräse das passene Profil angearbeitet. Eine heiden Arbeit, hat sich aber gelohnt und wieder viel Geld gespart. Mein oberstes Ziel muss es nun mal sein, möglichst ohne finanziellen Aufwand diesen Umbau hin zu bekommen. Die reiche Tante aus Amerika hat sich leider noch nicht gemeldet.

Das Büro fertig eingerichtet. An Stelle des Sekretärs sollte eigentlich noch mehr Stauraum geschaffen werden. Da dieser Platz aber eigentlich ideal ist für das gute Stück, hat das natürlich Priorität. Sollte jemand echtes Interesse an diesem Möbel habe, möge er sich bitte bei mir melden. Zugunsten der Renovierung würde ich ihn gerne verkaufen.

Bei diesen ganzen Veränderungen im Haus darf ich das Backen nicht verlernen. Also, mal eben zwischendurch schnell Butterkuchen zaubern, mmmhhh….ist das lecker, nen Köppen frischgebrühten Kaffee dazu, einfach nicht zu toppen, so einfacht das auch ist. Diese buttrigen Augen machen es einem schwer, nicht das ganze Blech zu verputzen.

Mmh, und Pflaumen waren auch grad da…Da musste ich doch, oder? Vorm Abbacken sitzen diese kleinen Biester einfach am besten im Teig. Schmecken tun sie aber hinter noch viel köstlicher;-)Frische Sahne dazu…..

Genug geschlemmt, wieder an die Arbeit. Die Speisekammer hatte es echt nötig. Fast schon eine Grundsanierung. Der Fußboden war wirklich schrott und musste raus. Die Lehmeinschubdecke mit Wellern ist noch ganz gut, aber die letzten 150 Jahre konnte sich diese „Schatzkammer der Köstlichkeiten“ eben nicht vor den Mäusen verstecken. Der Duft von Schinken, Wurst und Speck lockte die kleinen Öster in dieses Schlaraffenland. Unterm Fußboden haben sie richtig große Nester in den Lehm gescharrt und sich in die Kammer gefressen. Damit ist jetzt Schluss.

Zu meiner Freude entdeckte ich hier ehemalige Schriftbalken des Hauses, dass bis 1856 an dieser Stelle stand, bevor es durch Blitzschlag abbrannte. Es stand ursprünglich im Rundling und wurde 1834 von Johann Heinrich Kraul gekauft und an die Hauptstrasse transloziert.

Die Holzdielen sind drin und versiegelt. Auch die Streicharbeiten an Wänden und Türen sind voran geschritten. Es fehlen noch die Fußleisten. Achtung, haben wir gleich:

Ups, und schon ist der Raum auch wieder eingeräumt, siehe da.

Ein wenig Deko konnte ich mir nicht verkneifen, man wird es mir nachsehen. Vieles meiner Gerätschaften musste ich entsorgen, weil zum Beispiel Holzgriffe an Messern nicht mehr gestattet sind, ebenso Schneidebretter. Da muss man eben einiges beachten. Als reine Deko stört es aber nicht und wertet den Raum auf.

Auch das Regal ist wieder bestückt, allerdings habe ich nochmals aussortiert und versucht, wirklich nur das Wichtigste zu verstauen. Es wird schon von allein wieder voll werden, da bin ich gar nicht bange. Bei den nächsten Bilder bitte nicht denken „Wo ist denn das aufgenommen“! Ja, es ist in meiner Küche, man glaubt es kaum. Was doch „Bauernblind“ und etwas Fleiß bewirken…

Gestatten!? Mein zukünftiger Arbeitsplatz – die Küche. Torten backen, Gerichte zaubern, das ist nun meine Aufgabe für den Gast. Gaumenfreuden aus alten Kochbüchern finden, Neue kreieren, traditionelle Rezepte mit neuen Eindrücken verbinden und eine interessante Auswahl für mein Publikum bereiten. Frischer Kaffeeduft und Aromen köstlicher Teesorten ergänzen dieses Flair. Ja, Arbeit macht das Leben süß.

Dieses alte Tellerbord stammt aus dem Haus und stand bis 1991 auf der Speisekammer. Eine meiner Jugendsünden, denn ich sägte das Oberteil etwas ab, um den Koloss in der Knechtekammer mit in die Ausstellung zu nehmen (siehe Bild auf der Startseite). Die Farbfassung war schlecht und ein Abbeizen stellte sich als sehr schwierig da. Ich habe mich entschlossen, das Bord farblich der Küche und den übrigen Möbeln an zu passen. Und ich meine, es wirkt sehr gut.

Der Küchenblock ist ein Schrank aus den 30er Jahren mit schönem Stauraum. Auch diesen habe ich farblich gefasst (eigentlich Karen und Martina, danke noch mal) Neue Knöpfe runden das Bild ab und die Rollfüsse machen ihn mobil. So kann ich an jeder Stelle in der Küche diese Fläche nutzen.

Um ein etwas einheitliches Bild der Türen zu schaffen, habe ich mich überrungen, neue Türdrückergarnituren zu kaufen. Macht ja gleich was her. All diese „Kleinigkeiten“ kosten aber auch und summieren sich eben.

Die eigentlich unpassende Küchenzeile wird mich wohl noch einige Zeit begleiten müssen. Sie ist ja absolut in Ordnung, aber wenn ich mal träume, dann sehe ich dort etwas anderes stehen. Die Fensterverkleidung ist auch endlich fertig und die Grundreinigung hat einiges gebracht, vor allem für mich ein sicheres Gefühl und die Gewissheit, dass es auch sauber ist.

Schließlich werden hier zukünftig Lebensmittel verarbeitet, da muss es einfach sauber und reinlich sein. Oberstes Gebot für einen Gastronom, wie ich meine. Dass allerdings alles in einer Gastro-Küche aus Edelstahl sein muss, ist ein Irrglaube. Es ist sicherlich pflegeleichter aber nicht Vorschrift. Die Flächen müssen glatt, leicht zu reinigen und ggfs. zu desinfizieren sein. All diese Ansprüche kann ich erfüllen und das ist auch gut so.

Nun aber genug in meiner Küche gestöbert, wir gehen in mein Büro, hier durch die Butzentür geschaut.

Am Schreibtisch hoffentlich immer viel zu tun, von oben bewacht von Familie.

In der Stube ist auch wieder etwas Deko eingezogen. Möbel müssen eben untergebracht werden und die Bilder freuen sich auch, sich präsentieren zu dürfen.

Blick in die Stubenecke hinterm zukünftigen Kachelofen. Diese Situation von Uhr, Regal, Tisch und Bildern ist seit 1937 nahezu unverändert. Und wenn der Kachenofen erst aufgesetzt ist….

Die Weihnachtszeit ist soweit ran, und mir ist nach Wohlfühlen. Und auch einen Weihnachtsbaum möchte ich nicht verzichten, also bitte schön.

Mein Faible für „alten Kram“ zieht sich durch viele Sammelgebiete. Der Christbaumschmuck ist da so ein Bereich, den ich liebe. Über Jahre gesammelte Werke, die man nur einmal im Jahr ansehen darf.

Dafür schaut man dann umso intensiver und freut sich an den vielen Details und Feinheiten der teilweise in Heimarbeit liebevoll hergestellten Anhänger. Einige dieser Teile habe ich auch schon nachgearbeitet. Später wird man bei mir auch diese Deko-Artikel kaufen können.

Der Wintereinbruch ist in diesem Jahr sehr extrem, das hatten wir Jahre schon nicht mehr. Als ich kleines Kind war, hatte wir zuletzt einen großen Schneeberg auf dem Hof. Nun spielen darauf die Kinder meines leiblichen Bruders…..eine Generation weiter, sag ich nur. Die Zeit rinnt dahin. Hier ein Blick aus dem Fenster nach links…oh, ich glaube, da fährt gerade Wendula vorbei…..

….und nach rechts, kiek an, da komm ich ja grad nach Hause. Wer hat da nur das Bild gemacht?

Im vorderen Bereich des Hausen bin ich nun vornehmlich im Gange. Die alte Saaltür von oben hat ihren neuen Platz als Verbindung zum Anbau gefunden. Auch hier schon ein wenig Mobiliar.

Im Anbau habe ich inzwischen den Kachelofen zurecht gelegt. Der „Pötter“ war hier und wir haben alles durchgesprochen. Kacheln alle von Lehmputz und Ziegeln befreien, säuber und sortieren.

Eigentlich hatte ich andere Kacheln vorgesehen, wie man viel weiter oben sehen kann. Ich habe mich nun doch umentschieden und bin sehr glücklich darüber. Der jetztige Aufbau entspricht nahezu genau dem Original, wie er bis 1960 etwa in der Stube stand.

Hier das Warmhaltefach. Küchenseitig wird noch ein Backfach mit eingebaut.

Der zuerst angedachte Kachelofen ist nun wieder artig verpackt und wird erst mal verstaut. So bald als möglich, also wenn ich meine noch anstehenden Aufgaben erledigt habe und vielleicht etwas Geld ansparen konnte, wird der Kachelofen im Anbau aufgesetzt.

Meine fleißigen Tischler sind parallel dabei, die alte Haustür zu restaurieren. Schon etliche Stunden sind da reingeflossen. Mit Liebe zu Detail wird alles wieder ordentlich hergerichtet.

Von dieser Arbeit bin ich begeistert. Ich bin schon ganz kribbelig, hoffentlich können wir die Tür bald wieder einbauen. Dann kann man auch von aussen endlich eine Veränderung feststellen. Bis jetzt habe ich ja meist im hinteren Bereich des Hauses gearbeitet, um die Wirtschaftsräume fertig zu stellen. Jetzt kommt die Zeit, wo ich vornehmlich im vorderen Bereich arbeite. Gaststube und Anbau, Flur und Toiletten sind an der Reihe und viel Zeit bleibt nicht mehr, um den Innenbereich fertig zu machen.

„Stück für Stück zum Glück“ ist mein Motto und viele schwierige Situationen habe ich bis jetzt schon erleben müssen. Doch mit Freunden und Fürsprechern war alles zu bewältigen. Mit welchem Glück bin ich doch bedacht, solch treue Freunde zu haben. Danke dafür.

Für heute soll es erst mal genug geschrieben sein. Wenn Ihr noch Kritik, Vorschläge oder Fragen habt, schreibt mir einfach. Besonders jedoch, wenn Ihr noch überschüssige Arbeitskraft abgeben wollt. Hier ist genug zu tun.

Bis zu den nächsten Einträgen wünsche ich eine gute Zeit und hoffe, Ihr seid weiter gespannt und macht schon ordentlich Werbung…